Fritz Bauer. Der Staatsanwalt NS-Verbrechen vor Gericht
Die Ausstellung dokumentiert die Lebensgeschichte von Fritz Bauer, der als hessischer Generalstaatsanwalt den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte und entscheidende Hinweise zur Ergreifung von Adolf Eichmann gab. Sowohl während der Weimarer Republik, als er einer der jüngsten Amtsrichter der Republik wurde, als auch in der NS-Zeit und schließlich in der Bundesrepublik war er antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Trotz seiner Vertreibung ins Exil nach Skandinavien während des »Dritten Reichs« glaubte er, zumal als Sozialdemokrat, jedoch fest an den Fortschritt. Als Generalstaatsanwalt revolutionierte Fritz Bauer nach seiner Rückkehr das überkommene Bild dieses Amtes. Er widmete sich mit Nachdruck der Reform des Strafrechts in der Bundesrepublik Deutschland und der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechern. Sein Leitgedanke war Artikel 1 des Grundgesetzes, den er in Braunschweig und später auch in Frankfurt am Main an die Justizgebäude anbringen ließ: »Die Würde des Menschen ist unantastbar«. Die Ausstellung geht auf eine gleichnamige Wanderausstellung zurück, die 2014 vom Fritz Bauer Institut und dem Jüdischen Museum Frankfurt entwickelt und von Monika Boll und Erik Riedel kuratiert wurde. Sie war bis zu ihrer Auflösung 2022 in zwölf Stationen zu sehen. Die technische Überführung der bestehenden Ausstellung in die digitale Form wurde vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. finanziert und von der MESO Digital Interiors GmbH, Frankfurt am Main, umgesetzt. Versionen in englischer und Leichter Sprache stehen ebenfalls zur Verfügung.
Vor 82 Jahren am 29. und 30. September 1941 begann das Massaker von Babij Jar.
Im September 1941 erschossen Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD (Sicherheitsdienst – Geheimdienst der SS) am Rande einer Schlucht der ukrainischen Hauptstadt Kiew 33.771 Juden. Frauen, Kinder und Greise.
Das Sonderkommando 4a als Untereinheit der Einsatzgruppe C führte mit Hilfe der SD- und Ordnungspolizeibataillone und der ukrainischen Hilfspolizei mit Unterstützung der Wehrmacht die Aufträge aus. Das Sonderkommando 4a und das 45. Bataillon der Deutschen Ordnungspolizei führten die Erschießungen durch. Soldaten des 303. Bataillons der Deutschen Ordnungspolizei bewachten zu dieser Zeit die äußere Begrenzung der Hinrichtungsstätte. Zwei Tage dauerte das Grauen.
Es war die größte Massenerschießung des Zweiten Weltkriegs. Das NS-Regime führte die Massenerschießungen gemeinsam mit seinen Verbündeten und ukrainischen Kollaborateuren durch. Man spricht in dem Zusammenhang auch vom „Holocaust durch Kugeln“.
In unserer „Antifaschistischen Filmreihe“ vom 21. September 2023 thematisierten wir bereits diesen viel zu wenig beleuchteten Teil der Geschichte des Holocausts mit dem Film: „Babij Jar – Das vergessene Verbrechen“ (2003). In unserer kommenden „Antifaschistischen Filmreihe“ werden wir uns auch weiterhin mit Krieg, Faschismus, dem antifaschistischen Widerstand, mutigen Widerstandskämpfer*innen und vielen weiteren Themen befassen.
September 1944: Seit Jahrzehnten sind die jüdische Familie Lerner und die ukrainische Familie Onufrienko befreundet. Als die deutsche Besatzung die Deportation aller Juden aus Kiew vorbereitet, versuchen die Lerners in Richtung Osten zu fliehen. Doch Lena Onufrienko denunziert ihre Nachbarn aus egoistischen Motiven und bringt damit den eigenen Sohn in Gefahr, der die jüdische Familie begleitet.