Tomer Dotan-Dreyfus‘ „Keinheimisch“ ist die Geschichte eines doppelten Heimatverlusts:
als Israeli in Deutschland, als Jude in einem Land, das seine Stimme nur hören will, wenn sie israelische Regierungspolitik bestätigt. Der Autor erzählt vom Trauma des Verlusts beider Heimaten – und von der absurden Anmaßung deutscher cancel culture, israelische jüdische Stimmen als „antisemitisch“ zu brandmarken. Getragen wird diese Ausgrenzung vor allem von deutschen christlichen Politikern, die jüdische Identität auf eine Ideologie reduzieren und damit genau das fortsetzen, wogegen sie zu kämpfen vorgeben.
Ein Abend über die Notwendigkeit, jüdische Vielfalt zu hören, über die Vereinnahmung
jüdischer Stimmen als Fortsetzung kolonialer Logik – und über die Befreiung von der
deutschen Anmaßung, jüdisch sein definieren zu dürfen.
Moderation: Alexander Leipold