Vor vielen Jahren gründete sich die Microphone Mafia, eine der ersten Hip-Hop-Bands in Deutschland. Es waren damals jugendliche Migrant*innen, die sich fremd im eigenen Land fühlten und sich mit rumpelnden Beats und ungehobelten Raps gegen Vorurteile und Ungleichbehandlung wehrten. 13 Jahre spielte die Band mit der Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano viele gemeinsame Konzerte.
Im Juli 2021 starb Esther im Alter von 96 Jahren. Die Band beschloss weiterzumachen und wir freuen uns darauf, sie nun schon zum dritten Mal bei uns in der Schule zu hören und zu sehen. „Klare Kante gegen Rechts, alle Menschen sind gleich“ Rap, Hip-Hop, Texte und jiddische Lieder gegen Rassismus!
Anmeldung: Inge.Meichsner@stadt-frankfurt.de
In der Aula der Berta Jourdan Schule Adlerflychtstraße 22-24, 60318 Ffm EINTRITT: Für Studierende und Schüler*innen FREI Für alle anderen: 10 Euro
In der Nacht zum 29.Mai 1993 – heute vor 30 Jahren – verübten rechte Jugendliche einen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç in #Solingen. Bei diesem starben fünf Menschen, 14 weitere Personen wurden z.T. lebensgefährlich verletzt.
Wir erinnern an:
Gürsün İnce Hatice Genç Gülüstan Öztürk Hülya Genç Saime Genç
Die rassistische Tat wurde von der Politik entpolisiert, obwohl drei der Täter in der Kampfsportschule »Hak Pao« von Bernd Schmitt trainierten. Schmitt – Verfassungsschutz-Spitzel – organisierte Neonazistrukturen mit bundesweitem Einfluss und stellte seine Räumlichkeiten altgedienten Nazikadern als Treff zur Verfügung.
Der Film zeichnet die Geschichte des fünfeinhalbjährigen historischen Gerichtsverfahrens gegen die griechische Organisation „Goldene Morgenröte“ nach, die rechtmäßig gewählte Nazipartei, die über sieben Jahre hindurch die dritte politische Kraft Griechenlands war. Im Oktober 2021 wurden die Angeklagten als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Regisseurin zeigt hier das Erwachen des griechischen Zivilbewusstseins auf und beschäftigt sich mit der Frage, wie man auf das Erstarken der rechtsextremen Szene in ganz Europa reagieren muss. Zum anschließenden Gespräch werden die Filmemacherin Angelique Kourounis und ihr Co-Autor Thomas Iacobi online zugeschaltet.
Esther Bejarano überlebte als Mitglied des „Mädchenorchesters“ das deutsche Vernichtungslager Auschwitz und konnte 1945 dem Todesmarsch der Häftlinge des KZ-Ravensbrück der SS entkommen. Sie forderte: „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.“ Eine entsprechende Petition (www.change.org/8mai )wurde von 175.000 Menschen unterzeichnet. Esther Bejarano ist 2021 verstorben. Wir fordern weiterhin, der 8. Mai soll Feiertag werden.
Als 2020 pandemiebedingt keine Feiern und Kundgebungen am 8. Mai möglich waren, bat die Zeitzeugin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der BRD darum, an Orten, die an die Opfer des Faschismus und Widerstandskämpfer*innen erinnern, mit Schildern, Plakaten und roten Blumen den Befreiern zu danken. Wir, Mitglieder der Parteien, Organisationen und Initiativen, die den Tag der Befreiung auf dem Römerberg gerne gefeiert hätten, wir schlossen uns dieser Bitte von Esther Bejarano an.
Wir wünschen uns vor, am 8. Mai und natürlich auch danach ein Blumenmeer in Frankfurt. Helfen Sie mit, dass das gelingt. Der nächste Stolperstein, der nächste Gedenkort ist vor Ihrer Haustür. Ihre Blumenhändlerin freut sich. Fangen Sie gleich an.
Wer noch eine Banderole an der Blume befestigen will, hier sind Datei und „Anleitung“.