Antje Leetz kennt Russland und liebt Russland. „Liebe zu anderen Ländern kann weh tun, wegen der Leidenschaft, aber auch wegen der Enttäuschungen. (…) Wer heute von Russland spricht, tut dies mit Verzweiflung über den Krieg. Wer – trotz allem – von Tolstoi, Bulgakow, Granin, Kollontai, Gorki und langen privaten Freundschaften [zu Russ:innen] erzählen will, erntet häufig Empörung.“ So heißt es in einer Rezension. Von solcher Empörung lässt Antje Leetz sich nicht beirren. Sie macht einen Unterschied zwischen der Bevölkerung und der Staatsmacht der Russischen Föderation.
Sie berichtet von „jahrzehntelangen Freundschaften und herzlichen Gespräche am Küchentisch“ in russischen Millionenstädten oder in der Provinz. Sie kennt die Literatur und die Geschichte Russlands. Das hat sie in zahlreichen Übersetzungen und Rundfunksendungen unter Beweis gestellt.
Antje Leetz ist 1947 als Enkelin der Widerstandskämpferin Johanna Kirchner (1889–1944) in Frankfurt a. M. geboren worden und hat den größten Teil ihres Lebens in (Ost-) Berlin verbracht. Sie arbeitete von 1970 bis 1985 als Lektorin im DDR-Verlag Volk und Welt, wo sie Literatur aus der Sowjetunion herausgab. Von 1985 bis 1988 arbeitete sie in einem Verlag in Moskau, im Zentrum von Glasnost und Perestroika. Auch als der harte Kapitalismus über Russland hereinbrach, konnte sie mehrfach durch das Land reisen und für den Rundfunk über Vergangenheit und Gegenwart berichten. Nach 1989 hat sie als freiberufliche Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin gearbeitet.
Sie stellt ihr Buch vor: Der schwarze Stein aus Tschechows Garten: Meine schmerzliche Liebe zu Russland, Gransee: Edition Schwarzdruck, 2024. – 316 S., ISBN 978-3-96611-036-5, € 25,00
Das Gespräch findet statt in der Reihe „Göpferts Gäste“. Eine Veranstaltung des Club Voltaire mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hessen, mit Unterstützung der Naturfreunde Frankfurt und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) Frankfurt.