Antifaschismus stärken!

26. November 2019

Das Berliner Finanzamt hat der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. die Gemeinnützigkeit entzogen. Damit verbunden sind vorerst Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die noch in diesem Jahr fällig werden. Weitere erhebliche Nachforderungen sind zu erwarten und auch zukünftig drohen wesentlich höhere steuerliche Belastungen. Damit wird die VVN-BdA in ihrer Existenz bedroht.

Die „Begründung“ für diese Maßnahme besteht darin, dass die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA im bayrischen Verfassungsschutzbericht wiederholt als linksextremistisch beeinflusst dargestellt wird. Das bedeutet, dass die Bewertung durch eine nachgeordnete bayrische Landesbehörde, die laut bayrischem Gerichtshof keine Tatsachenbehauptung darstellt, demnach über das Schicksal einer bundesweit arbeitenden zivilgesellschaftlichen Organisation entscheidet.

Von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse 1947 gegründet, ist die VVN-BdA die größte, älteste, überparteiliche und überkonfessionelle Organisation von Antifaschistinnen und Antifaschisten Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfern, sowie deren Nachkommen, tritt für Frieden und Völkerverständigung ein und hat gegen große gesellschaftliche Widerstände wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind, u.a. durch den Einsatz für die Errichtung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten und vielfache Zeitzeugenarbeit. Sie informiert über aktuelle neofaschistische Umtriebe und unterstützt den Widerstand in breiten Bündnissen.

Wir sind entsetzt und empört darüber, dass sich das Berliner Finanzamt die haltlosen Unterstellungen der bayrischen Behörde ungeprüft zu eigen macht. Damit behindert es genau das zivilgesellschaftliche Engagement, das von Regierung und Parteien angesichts schrecklicher rechtsterroristischer Verbrechen allenthalben eingefordert wird.

Wir fordern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für die VVN-BdA!

Wir fordern praktische Unterstützung für alle zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, die die Grundwerte des Grundgesetzes gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische Angriffe verteidigen!

Die Antwort auf diesen Versuch der Behinderung antifaschistischer Aktivitäten lautet:

  • Überall vernehmlich rassistischen und neofaschistischen Umtrieben entgegentreten,
  • die VVN-BdA mit Spenden unterstützen,
  • Mitglied in der VVN-BdA werden.

Unter dieser Erklärung sammeln wir Unterstützer. (KLICK: online unterstützen)

Diese Erklärung als PDF (KLICK)


 

Ein Film über die Edelweißpiraten um 1944

25. November 2019

Am 03. Dezember 2019 zeigen wir den letzten Film aus unserer Antifaschistischen Filmreihe in diesem Jahr:

„Ein Film über die Edelweißpiraten um 1944“

Im nächsten Jahr geht es aber weiter mit unserer Antifaschistischen Filmreihe, dann wird das Thema Antifaschismus und der mutige Kampf von Internationalen Widerstandskämpfer*innen gegen den Faschismus sein. Also seid gespannt!

Einlass: 18Uhr – Filmbeginn: 19Uhr
Ort: Raumstation Rödelheim
Auf der Insel 14, Frankfurt am Main

Köln-Ehrenfeld, ein Arbeiterviertel. Rebellische Jugendliche entziehen sich den Nazis. Sie glauben nicht mehr an den Endsieg. Hören Jazz, träumen von einer gerechten Welt, schmieren Antikriegsparolen an Hauswände und planen Sabotageakte.

Mit Einleitung vor Filmbeginn und anschließender Diskussion.

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Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!

23. November 2019

Schwerer Angriff auf die VVN-BdA

Am 4. November hat das Finanzamt für Körperschaften I des Landes Berlin der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. die Gemeinnützigkeit entzogen. Damit verbunden sind vorerst Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die noch in diesem Jahr fällig werden. Weitere erhebliche Nachforderungen sind zu erwarten und auch zukünftig drohen wesentlich höhere steuerliche Belastungen. Damit ist die VVN-BdA in ihrer Existenz bedroht.
Das Finanzamt Berlin handelt damit anders, als das Finanzamt Oberhausen-Süd, das der Landesvereinigung NRW die Gemeinnützigkeit am 22. Oktober gewährt hat. In beiden Fällen war derselbe Vorwurf erhoben worden. Er besteht darin, dass die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA im bayrischen Verfassungsschutzbericht wiederholt als linksextremistisch beeinflusst dargestellt wird. Während das Finanzamt Oberhausen-Süd der Widerrede der VVN-BdA im Anhörungsverfahren entsprach, beharrt das Berliner darauf, dass „der volle Beweis des Gegenteils, als Widerlegung der Vermutung als extremistische Organisation“ nicht erbracht worden sei.
Das bedeutet, dass die Bewertung durch eine nachgeordnete bayrische Landesbehörde, die laut bayrischem Gerichtshof keine Tatsachenbehauptung darstellt, demnach über das Schicksal einer bundesweit arbeitenden zivilgesellschaftlichen Organisation entscheiden dürfen soll.
Von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse 1947 gegründet, ist die VVN-BdA seitdem die größte, älteste, überparteiliche und überkonfessionelle Organisation von Antifaschistinnen und Antifaschisten Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfern, sowie deren Nachkommen, tritt für Frieden und Völkerverständigung ein und hat gegen große gesellschaftliche Widerstände wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind, u.a. durch den Einsatz für die Errichtung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten und vielfache Zeitzeugenarbeit. Sie informiert über aktuelle neofaschistische Umtriebe und organisiert den Widerstand in breiten Bündnissen.
Wir sind entsetzt und empört darüber, dass sich das Berliner Finanzamt die haltlosen Unterstellungen der bayrischen Behörde ungeprüft zu eigen macht. Damit behindert es genau das zivilgesellschaftliche Engagement, das von Regierung und Parteien angesichts schrecklicher rechtsterroristischer Verbrechen allenthalben eingefordert wird.
Wir fordern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für unsere Organisation!
Wir fordern praktische Unterstützung für alle zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, die die Grundwerte des Grundgesetzes gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische Angriffe verteidigen!


 

„Swing tanzen verboten“

11. November 2019

+++ Info +++

DAS KONZERT IST AUSVERKAUFT!

Gesprächskonzert mit Emil Mangelsdorff und Band

VVN-BdA und Brotfabrik präsentieren
Emil Magelsdorff und Band
am Donnerstag, den 14. November 2019, 20.00 Uhr,
Brotfabrik, Bachmannstraße 2-4, 60488 Frankfurt-Hausen

Tickets gibt es hier!

„Alle Rädelsführer, und zwar die Rädelsführer männlicher und weiblicher Art, die feindlich eingestellt sind und die ‚Swing-Jugend‘ unterstützen, sind in ein Konzentrationslager einzuweisen. Dort muss die Jugend zunächst einmal Prügel bekommen und dann in schärfster Form exerziert und zur Arbeit angehalten werden (…). Der Aufenthalt im Konzentrationslager muss für diese Jugend ein längerer, 2 bis 3 Jahre sein. Es muss klar sein, dass sie nie wieder studieren dürfen.“ (Heinrich Himmler [Reichsführer der SS], in einem Brief an SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich vom 26. Januar 1942) 1)

Swingboys in Barmbek ca. 1930er oder 1940er

Die „Swing-Jugend“ kämpfte auf ihre eigene Weise gegen die Vereinnahmung durch den deutschen Faschismus. Die dieser Bewegung angehörenden Jugendlichen verfolgten anfangs häufig gar keine politischen Ziele. Doch in ihrem Drang nach Unabhängigkeit gerieten sie in schärfsten Konflikt mit dem NS-Regime – ein Konflikt, der manchen Swing-Jugendlichen nun auch in politische Opposition gegen die Machthaber drängte.

Mit einer Broschüre unter dem Titel „Entartete Musik“ machten die Nationalsozialisten 1938 Stimmung gegen Musik, die nicht in ihr Weltbild passte. Die Ausstellung „Das Dritte Reich und die Musik“ zeigt im Pariser Musikmuseum bis 9. Januar 2005 wie die Kunst, vor allem aber die Musik, allmählich vom Regime vereinnahmt wurde. dpa (Zu dpa-Korr „Musik im Dritten Reich – Von Wagner, Beethoven, Orff und Weill“ vom 13.10.2004) |

Der faschistische Staat ging zunehmend aggressiv gegen die Swing-Jugend vor. Allein in Hamburg wurden bei einer „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ im August 1941 über 300 Jugendliche verhaftet und in Gestapo-Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt. 2)

Zwischenzeitlich hat die Forschung über Jugend-Widerstand während der Nazi-Herrschaft Verbindungen zwischen Swing-Jugend, Edelweißpiraten und Weiße Rose beschrieben.

Emil Mangelsdorff, 1925 in Frankfurt am Main geboren und unter den Bedingungen des Nazisystems herangewachsen, musiziert und berichtet in seiner lebhaften und humorvollen Gabe von den Erfahrungen und Erlebnissen des Jugendlichen Emil, der seine Leidenschaft zum Jazz entdeckt und entschlossen ist, Jazzmusiker zu werden.

Er gehört zu jener „Swing-Jugend“ in Frankfurt, die eine Gegenkultur zum NS-System lebt und Maßnahmen der Gestapo bis hin zur Verhaftung erträgt.

Der Staat, in dem er aufwächst, unterdrückt und verfolgt jede künstlerische Artikulation, deren Basis Freiheit und Menschenwürde ist.

Emil, von der Ausdruckskraft des Jazz, von der Vielfalt der Mittel dieser Musik beeindruckt, erfährt, dass kulturelle Neugier, Kreativität und Offenheit ausreichen, um die Staatsgewalt auf den Plan zu rufen.
Aus der Perspektive eines Jugendlichen erzählt Mangelsdorff. Eindrucksvoll und lebendig zeigt er, dass Zivilcourage und ein Bekenntnis zu kultureller Vielfalt in jeder Gesellschaft möglich und notwendig ist, dass der aufrechte Gang aber auch Spaß macht. Emil und seine Band begeistern generationenübergreifend das Publikum.

Besetzung: Emil Mangelsdorff (Altsaxophon), Thilo Wagner (Piano), Jean-Philippe Wadle/ Dietmar Fuhr (Bass), Axel Pape (Schlagzeug).

VVN-BdA und Brotfabrik präsentieren
Emil Magelsdorff und Band
am Donnerstag, den 14. November 2019, 20.00 Uhr,
Brotfabrik, Bachmannstraße 2-4, 60488 Frankfurt-Hausen

Tickets gibt es hier!

Eine Veranstaltung von VVN-BdA, Kulturprojekt 21 e.V. – Brotfabrik
und Kultur im Ghetto

 

 

1) Spiegel online, Swing-Boy Uwe Storjohann: Blazer statt Braunhemd, Goodman statt Goebbels, 20.11.2016, http://www.spiegel.de/fotostrecke/hamburger-swing-boy-uwe-storjohann-fotostrecke-142656-16.html 

2) Bundesarchiv: http://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/dienstorte/rastatt/raumblatt_jugendwiderstandns.pdf

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