Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht: Auf dem Weg in den Tod – Festhalle 1938

4. November 2019

 

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht: Auf dem Weg in den Tod – Festhalle 1938

In Frankfurt ließen Nazischergen und SS am Abend des 9. November 1938 die Synagogen schänden, demolieren oder niederbrennen. Es traf nicht nur die Synagoge im Westend und am Börneplatz, auch die in der Friedberger Anlage, in Höchst und weiteren Stadtteilen wurden Opfer der Flammen.

An den darauffolgenden Tagen wurden mehr als dreitausend männliche Juden verhaftet und in der Festhalle festgesetzt. Es herrschten Unsicherheit, Angst und Panik. Die Festhalle bebte unter den Angstschreien der Zusammengesperrten. Daraufhin befahl der Gauleiter der NSDAP, Jakob Sprenger, dem verhafteten Bass-Opernsänger Hans Erl, aus Mozarts Zauberflöte die Arie „In diesen heiligen Hallen“ vorzutragen. Es wurde still. Hans Erl wurde entlassen. Später, im Juni 1942, wurde er mit seiner Ehefrau Sofie Erl vermutlich im KZ Majdanek oder im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

Der Name Hans Erls wird auf der Gedenktafel der Städtischen Bühnen genannt. Erl zu Ehren stellte man 1955 im Foyer der Oper eine von Alfred Müllergroß gestiftete und von Georg Mahr geschaffene Büste auf.

3.155 männliche Juden wurden in der Zeit vom 10. bis 13. November 1938 aus der Festhalle über den Südbahnhof in die KZ Buchenwald und Dachau gebracht.

Am 10. November 2019, um 15.00 Uhr gedenken wir an dem Platz vor der Festhalle, Friedrich-Ebert-Anlage, rechts neben dem Messeturm, dieser Verbrechen, die der deutsche Faschismus verübt hat:

  • Ansprachen: Ulrike Sautner, Mitglied des Magistrats der Stadt Frankfurt und Norbert Birkwald, Sprecher der VVN-BdA, Kreis Frankfurt
  • Musikalische Begleitung durch Mitglieder von Frankfurter Chören, unter Leitung von Ute Christmann
  • Abschließend singt Martin Höllenriegel die Arie „In diesen heiligen Hallen“.

sdr

Seit einigen Wochen gibt es hier einen würdigen Mahn- und Gedenkplatz im öffentlichen Bereich der Frankfurter Messe, mit einer Kopie der Gedenkplatte, die an der Außenfassade der Festhalle angebracht ist, einer Sitzgelegenheit unter einer Baumgruppe, um der Opfer zu gedenken.

Wir gedenken,

  • weil die Gräueltaten des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten dürfen
  • weil gerade heute, angesichts der Wahlerfolge der AfD, die Nazis und Naziideologie fördert, gemahnt werden muss, was zwischen 1933 und 1945 geschah und wie es geschehen konnte
  • denn „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch“, wie es Bertolt Brecht ausdrückte
  • weil wir für immer aufgefordert sind, dafür Sorge zu tragen, dass Rassismus, Antisemitismus und die Verfolgung Andersdenkender nie wieder geschehen dürfen.

 

Das sind wir den Opfern des Faschismus und den Widerstandskämpfern schuldig, die im April 1945, nach der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald vor aller Welt geschworen haben:

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Eine Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA).

PDF Flyer: GEDENKVERANSTALTUNG

Link zur Facebook Veranstaltungsseite: https://www.facebook.com/events/428701927811659/

VVN-BdA Frankfurt auf Twitter: https://twitter.com/VVNBdaFfm

___________________________________________________________________

Elser – Er hätte beinahe die Welt verändert

20. Oktober 2019

 

Elser – Er hätte beinahe die Welt verändert

Am Freitag, 01.11.2019:

Einlass: 18:00 Uhr – Filmbeginn: 19:00 Uhr Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main Campus Westend, IG 457

Er wollte den Krieg verhindern. Der Film erzählt von einem Schreiner, der am 8. November 1939 in München einen Anschlag aufs Stammlokal der NSDAP, den Burgbräukeller. versuchte. Dort sollten Hitler und die NSDAP-Spitze an jenem Tag zusammentreffen. Der Anschlag misslingt und der Schreiner wird verhaftet, von der SS verhört und ins KZ Dachau gebracht.

Mit Einleitung vor Filmbeginn und anschließender Diskussion.

____________________________________________________________________

antifa Erzählcafé

18. Oktober 2019

Die Frankfurter Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) lädt ein im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe

antifa Erzählcafé

Petra Gerland erzählt die Geschichte ihres Großvaters am Donnerstag, dem 31.Oktober 2019 um 19.00 Uhr, Ort: AWO, Eckenheimer Ldstr. 93, im Hinterhaus

“Wie können Sie bei Ihrem arischen Aussehen bloß so eine politische Auffassung haben?”

Mit diesen Worten wurde Karl Meier von einem Gestapo Offizier in einem der KZ empfangen, in denen er inhaftiert war. Karl Meier wurde am 19. Juli 1902 in Buchholz in einer kinderreichen Arbeiterfamilie geboren. Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg mit Hunger, Not, Elend und dem Verlust von Familienangehörigen sowie die Ereignisse der Novemberrevolution prägten sein politisches Denken und Engagement. Schon mit 17 Jahren trat er der Gewerkschaft bei, kurz darauf der KPD. 1931 wurde er für die KPD in den Lippischen Landtag und 1932 in den Reichstag gewählt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er verhaftet, in vier verschiedene Konzentrationslager inhaftiert und schwer misshandelt. Nach der Entlassung stets überwacht, überlebte Karl Meier zum Teil in der Illegalität, in der Anonymität der Großstadt Hannover, den Krieg. Sein Überleben verdankte er vor allem der Solidarität der Bevölkerung und seiner Familie. Seine Frau Auguste Meier wurde wegen illegaler Kurierdienste ebenfalls zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach dem Krieg 1945 wurde Karl Meier von den Alliierten zum Landrat in Stadthagen ernannt. Aber schon 1947 wurde er wegen seiner Zugehörigkeit zur KPD wieder aus dem Staatsdienst entlassen. Nach einer erfolglosen Kandidatur um ein Bundestagsmandat 1949 zog er sich aus der Politik zurück und eröffnete einen Tabakladen in Stadthagen. Petra Gerland wird uns weitere spannende Geschichten über ihren Opa erzählen können.

Hier geht’s zum PDF Flyer: Flyer Karl Meier2019

_____________________________________________________________________________

Nebel im August

6. Oktober 2019

 

Am Freitag, 11. Oktober 2019 geht es weiter in der antifaschistischen Filmreihe mit dem Film:

„Nebel im August“

Einlass: 18Uhr – Filmbeginn: 19Uhr
Ort: Eckenheimer Landstr. 93
Frankfurt am Main, in der AWO

Der 13-jährige Ernst Lossa, Kind eines „Jenischen“, eines fahrenden Händlers, wird als unangepasst und „nicht erziehbar“ in die Nervenheilanstalt des Klinikleiters Dr. Walter Veithausen eingewiesen. Bald findet der aufgeweckte Junge heraus, dass regelmäßig Patienten getötet werden.

Mit Einleitung vor Filmbeginn und anschließender Diskussion.

Kommt vorbei, schaut mit uns & diskutiert mit uns.

Der Eintritt ist frei.

______________________________________________________________________________

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten